Corona Virus macht den Tod sichtbar.

Oder zeigt Chancen für der Weg zum guten Leben.

Ich bin derzeit unheimlich (meist Social Media) genervt, wie mir Leute beweisen wollen, daß es mit Corona nicht so ist, wie uns Regierung und Medien (meist) vormachen. Ich selber falle immer wieder auf Fake News rein, die zeigen wollen, daß alles ganz anders ist. Darüber bin ich auch wirklich im Freundeskreis am streiten, was mich wirklich betroffen macht.

Aber wenn ich nach einer schlecht geschlafenen Nacht alle Gedanken zusammenfasse, ist es final einfach so:

Wir haben alle Angst vor dem Sterben. 

Dabei ist die Diskussion ob Corona die Sterblichkeit bei 0,3% oder 3,3% ist, nur abhängig davon, WANN es die meisten mit einer Infektion trifft.

Derzeit ist die Betreuung sehr gut, also werden wenige Kranke sterben. Kommen nun mehr Corona Kranke zusammen, ist ein exponentielles Wachstum (mit dem die wenigsten wirklich was anfangen können) wahrscheinlich, damit wird auch die Sterblichkeit sehr zunehmen.

Gleichzeitig nimmt die Sterblichkeit auf Grund getroffener einschränkenden Massnahmen gleichzeitig ab:

  • weniger Arbeitsunfälle
  • weniger Sportunfälle
  • Bessere medizinische Betreuung 
  • gesünderes Essen (ganz sicher - obwohl Übergewicht könnte auch das Gegenteil auslösen)

Und in manchen Bereichen werden Todesfälle zunehmen:

  • Morde im Familienumfeld
  • Vergiftungen wegen Bärlauch Konsum
  • usw

Ich wage zu behaupten, daß wir in Summe keine Veränderung an der Sterblichkeit in Summe sehen werden, da die Leute ja trotzdem nicht ewig leben. Es wird sich aber die demographische Zusammensetzung der Gesellschaft verändern.

 

Was ist damit die/meine Konsequenz daraus:

Wenn ich den Tod nicht sichtbar mache, kann ich das gute Leben nicht erkennen.

  • Es sterben derzeit in dieser Grippe Saison bereits rund 25 000 Personen an Grippe in Europa.
  • Jedes 3. Kind weltweit hat keine gute Wasserversorgung und stirbt damit wesentlich früher.
  • Die häufigste Sterbeursache (bin nicht ganz sicher) bei uns sind Herz- Kreislauferkrankungen
  • Dann Krebs an zweiter Stelle (?)
  • Dann Sepsis (Blutvergiftung - oft im Krankenhaus geholt)
  • und nochmal 25 mehr

Daraus schließe ich für mich:

Ich werde irgendwann (garantiert) sterben. Dies möchte ich aber nach einem guten Leben tun. Ganz sicher nicht in einer Situation wie jetzt in Italien, wo überforderte Helfer kein “schönes” Sterben ermöglichen. Männer und Frauen, jung und alt sterben alleine. Keine Verwandten und Freunde halten die Hand und verabschieden sich. Man stirbt ALLEIN.

Das schöne Sterben ist aber schwierig, wenn in 

  • Österreich 22,3 Intensivkrankenbetten per 100.000 Personen oder
  • 2,5 in England
  • 2 in den USA
  • 10 in Italien existieren, und der Rest Feldbetten in lärmender Umgebung ohne soziale Interaktion  sind.

Also muss ich Hände waschen und Distanz halten. Damit wir diese Situation nicht eskalieren.

Erst damit kann ich anderen Personen “Leben” ermöglichen, oder umgekehrt sie nicht “töten”.

Mein Wunsch an Polititk und Medien:

Wir müssen uns mit dem Tod im allgemeinen, also mit den Gefahren des Lebens beschäftigen, damit ich/wir zukünftigen Fake News und Besserwissern ausweichen können, die in ein paar Monaten 100%ig behaupten werden:

“Die Corona Krise hat zu keinerlei Zunahme von Toten geführt. Schau die aktuelle Sterbetafel an - keine Veränderung der Todesfälle in diesem Zeitraum! Medien und Politik haben uns wieder verarscht.”

Die Qualität des Lebens zeigt sich also daran, wie wir den Tod sichtbar machen.

Insofern könnte diese Corona Krise aufzeigen, wie wir wieder mit dem guten Leben umgehen sollen.

  • weniger Stress
  • weniger Fernreisen
  • unnötigem Zeitvertreib, (Social Media, Fernsehen, dumme Arbeiten, Waffen, Militär, manche Politiker)
  • weniger Geld (Einkommen, Pensionen, Aktien)

Aber damit mehr von:

  • Langsamkeit und damit mehr Zeit für soziale Kontakte und gutem (langsamen) Essen
  • Aufmerksamkeit
  • Sozialer Absicherung und Verantwortung im direkten Austausch
  • Besserem Klima bei uns und der Umwelt.